Dass Rubens auch Titelseiten und Illustrationen für mehr als 75 Bücher entworfen hat, ist für viele eine Überraschung. Der Erwerb einer Privatsammlung von Rubens' illustrierter Bibliothek war eine einzigartige Gelegenheit. Neben den Büchern mit Einbänden und Zeichnungen von seiner Hand umfasst diese Anschaffung auch Bücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Rubens inspirierten und von denen er möglicherweise ein Exemplar in seinem Bücherregal stehen hatte. Viele dieser Bücher sind heute nur noch in Ausnahmefällen über Auktionshäuser und hochspezialisierte Händler erhältlich.
In absoluten Zahlen: 9 laufende Meter mit insgesamt 140 Titeln in etwa 150 Originaleinbänden aus Pergament und Leder. Individuell extrem kostbar, zusammen von unschätzbarem Wert. Mit seinen Buchillustrationen fand der vielseitige Künstler abermals einen Weg, sich von der Masse abzuheben und innovativ in Erscheinung zu treten. Sie sind gespickt mit Symbolik: von Anspielungen auf die griechische und römische Mythologie bis hin zu seinen Darstellungen ägyptischer Hieroglyphen. Mehr noch als seine Gemälde zeigen diese Zeichnungen, wie Bücher das Denken und die Lebenshaltung von Rubens bestimmten. Es ergibt also Sinn, dass sie jetzt einen Platz in der neuen Bibliothek haben, genau dort, wo er vor vierhundert Jahren seine eigenen Bücher untergebracht hat.