Im Laufe seines Lebens hat Arnout Balis (gest. 2021) sich intensiv Gedanken über Rubens und sein Umfeld gemacht. Davon profitierte vor allem der Corpus Rubenianum, jener mehrbändige Katalog des Gesamtwerks des Künstlers, dem er einen Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit widmete – als Autor und vor allem als großzügigster Herausgeber. Er verfasste jedoch auch umfassende und detailliertere Studien über den Künstler, die für verschiedene Kontexte geschrieben wurden.
Arnout Balis war Künstler, bevor er Kunsthistoriker wurde, und die Frage, wie Rubens seine Ideen in visuelle Form brachte, hat ihn immer wieder fasziniert und interessiert. Auch die praktische Seite der Produktionsmethode des Künstlers faszinierte ihn, gerade angesichts der enormen Produktivität von Rubens' Atelier. Er trug nicht nur akribisch jede noch so kleine Information über Schüler oder Mitarbeiter des Meisters zusammen und analysierte sie, sondern entwickelte sich auch zu einem Experten für die Arbeit jedes einzelnen künstlerischen Zeitgenossen von Rubens.
Bei all seinen Untersuchungen, ob es um die Zuschreibung eines Gemäldes, ein ikonografisches Puzzle oder die Lösung eines historischen Problems ging, nahm er nichts als selbstverständlich hin und begegnete jeder vorgebrachten Idee oder anfänglichen Intuition mit gebührendem Skeptizismus, bis sie nachgewiesen werden konnte, und zwar durch dokumentarische und visuelle Beweise. Der vorliegende Band zeigt die Balis-Methode in Aktion. Er enthält mehrere Studien, die bereits als Musterbeispiele anerkannt sind, und andere, die es verdienen, bekannter zu werden. Fünf davon werden hier erstmals in englischer Übersetzung zur Verfügung gestellt.